Heidewanderung

 

Am 01. September 2007 trafen sich 12 Mitglieder der Selbsthilfegruppe Usher und Taubblinde Recklinghausen in Haltern am See zu einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet Westruper Heide. Da an diesem Tag noch zwei weitere Taubblindenveranstaltungen stattfanden war die Teilnehmerzahl gering. Seniorenleiter Norbert Rinsche hatte die Wanderung organisiert und begrüßte alle Wanderer sowie die Heideführerin Frau Heike Kalfhues und die Gebärdensprachdolmetscherin Frau Alexandra Lorenz ganz herzlich. Als Gäste waren das Ehepaar Schmelter aus Unna und Frau Hiltrud „Hillu“ Fischer mit dabei. Nach anfänglichem Morgennebel zeigten sich gegen Mittag die ersten Sonnenstrahlen.

Die Westruper Heide bietet zu allen Jahreszeiten vielfältige Schönheit. Viele Tiere und Pflanzen sind in der Heide beheimatet. Besonders bedeutend sind die Heidelerche, das Schwarzkehlchen, die Schlingnatter, Wildbienen und Sandlaufkäfer. Die Heide wächst aus einem weichen sandigen und moosbedeckten Boden. Man unterscheidet die rosablühende Besen- und Glockenheide. Besonders reizvoll sind die einzelnen Bäume, Baumgruppen, Wacholderbüsche und Birken. Einige Kiefernbestände können bis zu 500 Jahre alt und 40 Meter hoch werden. Eine solche Kiefer hat einen Durchmesser von 100-150 Zentimetern. Heidebauern haben früher die Heide bewirtschaftet. Im Frühjahr wurde die alte Heide abgebrannt und die Asche für neue Ackerböden benutzt. Für die ersten zwei Jahre wurde Buchweizen, danach Hafer angebaut und später entstanden wieder neue Heideflächen. Zwischen Juli und September zeigt sich die Heide von ihrer schönsten Seite. Sie steht in voller Blüte und ihr prächtiges Farbkleid erfreut die Besucher. Mitten in der Heidelandschaft erlebten wir eine Heidschnuckenherde.

 

Nach 1 ½ Stunden war die Wanderung beendet. Wir bedankten uns bei Frau Kalfhues und Frau Lorenz für die Information und das Dolmetschen. Alle Teilnehmer waren durch taktile Gebärdensprache oder Lormen gut unterrichtet. Anschließend haben wir uns im benachbarten Hotel „Seehof“ mit einem gemeinsamen Essen gestärkt. Für eine Fahrt mit dem Motorboot „Möwe“ reichte leider die Zeit nicht mehr und eine geplante Besichtigung des Römermuseums Haltern musste wegen der Sonderausstellung „Luxus und Dekadenz“ ausfallen. Trotzdem war es ein schöner Tag und alle waren mit dem Heideerlebnis zufrieden.

 

Norbert Rinsche

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