Sommerausflug mit Stadtführung in Osnabrück.

Am 29 Mai 2010 war der Ausflugstag der Taubblinden in Osnabrück. Über 30 Personen, Taubblinde und Assistenten  waren um 11 Uhr im Osnabrücker Hauptbahnhof gut angekommen. Clemens Hoppe als Ausflugsleiter begrüßte  alle Teilnehmer und freute sich  über den Ausflugstag in seiner Heimatstadt Osnabrück. Ich schreibe einen kurzen Tagesablauf.

Meine Assistentin hatte kurzfristig abgesagt, aber trotzdem klappte alles gut. Ich hatte eine andere Assistentin gefunden. Da ich in Osnabrück die Gehörlosenschule besucht habe und mir die Stadt bekannt ist, habe ich selbst die Stadtführung übernommen und einiges aus der Geschichte der Stadt erzählt. Der Hauptbahnhof wurde 1895 eröffnet und in beiden Weltkriegen nicht zerstört. Zum 100 jährigen Bestehen im Jahr 1995 fand eine große Feier statt. Früher war der Bahnhof von vielen Gärten und Blumen umgeben. Im Laufe der Zeit ist aus der ganzen Umgebung Parkplatz, viele Bushaltestelle und Fußwege geworden. Um 1900 sind die Straßenbahnen gebaut, um 1960 wurden die Straßenbahnen wieder abgebaut. Es wurde nach und nach Buslinien eingesetzt. Die Stadtbusse fahren heute noch. Dann wanderten wir zur Innenstadt einen Fluss mit frischem Wasser, umgeben von Büschen und duftenden Blüte. Dieser Fluss heißt Hase. Die Hase entspringt in Wellingholzhausen bei Melle. Die Hase fließt in die Ems und dann zur Nordsee. Wir wanderten weiter zum Schloss. Es wurde 1660 bis 1690 erbaut. Dort waren viele Veranstaltungen von der Stadt und dem Bistum Osnabrück. Vor dem Schloss ist ein schöner großer Garten. Wir wanderten weiter und gingen dann an unserer alten  Gehörlosenschule vorbei. Sie wurde 1857 gebaut. Ich war auch einige Jahre in dieser Schule. Im Jahr 1975 sind alle Lehrer und Schüler  in eine  neu erbaute Gehörlosenschule in Osnabrück umgezogen. Wir gingen weiter zum Heger Tor, gingen die Treppe hinauf auf die Brücke. Von oben hatten wir einen schönen Ausblick auf den Heger Hof und die Altstadt. Es war anstrengend, aber wir gingen weiter bis zum Rathaus. Es wurde 1487 bis 1512 erbaut. Im 2. Weltkrieg wurde das Rathaus durch Kriegsbrand zerstört. Nach dem Krieg wurde es dann wieder auf gebaut. Neben dem Rathaus ist eine schöne Marienkirche, sie wurde im Jahr 1300 gebaut. Nach kurzer Strecke kamen wir zum Domplatz und dem Dom von Osnabrück.

Der Dom  entstand zwischen 1218 und 1277. Er wurde im 2. Weltkrieg zerstört, danach aber wieder aufgebaut. Im Jahr 1980 war Papst Johannes Paul II in Osnabrück zu besuch. Im Dom war eine Messe mit dem Papst. Viele gehörlose und hörende Menschen waren gekommen. Ich war auch dabei, der Papst hat uns seine Hand gereicht und begrüßt. Auf dem Domplatz steht ein aus Bronze geformtes Stadtmodell. Durch abtasten der Formen und der Punktschrift konnten sich alle Taubblinden eine Vorstellung von den wichtigen Gebäuden der Stadt Osnabrück machen. Endlich nach 3 Stunden machten wir Pause. Wir gingen ins Osnabrücker Pizzahaus, alle waren schlapp und hatten großen Hunger. In einen schönen Saal fanden alle einen Platz. Bei gemütlicher Unterhaltung haben wir uns ausgeruht, und mit einem leckeren Essen gestärkt. Langsam ging der Ausflugstag zu Ende. Ich war froh, dass der Tag gut gelaufen ist, das Wetter war sehr schön. Ich bedanke mich bei allen Taubblinden und Assistenten für das Kommen nach Osnabrück. Ich habe gemerkt, dass alle mit meiner Stadtführung zufrieden waren. Es war super. Dann gingen alle frei nach eigenen Wünschen in die Altstadt, in den Dom, ins Cafe, oder zum Bahnhof zur heimfahrt. Es war ein schöner Tag.

 Clemens Hoppe

Ausflugsleiter (taubblind)                                                          Fotobilder:  Hier Klicken!

 

Der Jahresausflug der SHG Taubblinde Recklinghausen 1994 nach Osnabrück

 

Am Samstag, den 29. Mai war es für die SHG soweit, einen Jahresausflug nach Osnabrück zu machen. Den Ausflug hatte der 2. SHG-Leiter und Ausflugsleiter, Clemens Hoppe organisiert. Wir trafen uns um 11.00 Uhr am Osnabrück Hauptbahnhof. Die Führung begann dort. Der Hauptbahnhof ist ein historischer Kreuzbahnhof am Rande der Innenstadt, der an das Intercity- Streckennetz der Deutschen Bahn angeschlossen ist. In Nord-Süd Richtung verkehren die Züge zwischen Basel und Hamburg, in Ost-West Richtung Zwischen Amsterdam und Berlin. Dann gingen wir etwas weiter. Clemens erzählte: Auf dem Platz am Hauptbahnhof verkehrten früher die Straßenbahnen, und jetzt die Omnibusse. Dann gingen wir zum Flüsschen Hase über eine kleine Brücke. Das Flüsschen hat zwei Quellen: 1. In Schelenburg-Alt Schledehausen, 2. in Uhlenberg und mündet am Ems, der dann in Emden zur Nordsee führt. Weiter gingen wir am Marienhospital vorbei zur Johanniskirche. Sie ist die erste gotische Hallenkirche im westfälischen Raum (1256-1291). Sehenswert sind der Kreuzgang, das Sakramentshaus aus Sandstein um 1440 sowie die Schatzkammer mit vier Gewölbefeldern um einen Mittelpfeiler (14. Jahrhundert). An der Kirche befindet sich ein Brunnen. Um dem Brunnen sind die drehbaren Skulpturen aus Blech zu sehen und auch für die Blinden und Sehbehinderten zum Antasten. Die nächste Sehenswürdigkeit war das Osnabrücker Schloss mit einem kleinen Blumengarten. Clemens stellte es kurz vor und wusste nicht, was das Schloss war. Laut des Internets war es ein fürstbischöfliches Barockschloss, das von Ernst August I und seiner Gemahlin Sophie von der Pfalz errichtet wurde. Im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt und anschließend als modernes Gebäude in historischer Fassade wieder aufgebaut. Es wird jetzt von der Universität genutzt. Hinter dem Schloss befindet sich der Innenhof, wo ein Konzert zu sehen war. Clemens führte uns dann zu einem alten grauen Gebäude. Dieses war eine alte Gehörlosenschule, wo Clemens als Schüler in der ersten Klasse aufhielt. Die Schule wurde dann  als Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte in die August-Hölscher-Straße verlegt. Jetzt dient das alte Gebäude als Universitätsbibliothek. Die folgende Sehenswürdigkeit war das Ledenburghaus, ein Haus mit farbig gemusterter Hauswand und einer unregelmäßigen Dachform. Seit dem 14. Jahrhundert war hier ein Speicher aus Steinwerk. Heinrich von Leden ließ den farbig dekorierten Renaissance-Anbau errichten. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert war er ein Herrenhaus eines Adelshofes. Im Treppenturm befindet sich die älteste Spindeltreppe Norddeutschlands. Heute finden im Renaissancesaal kulturelle Veranstaltungen statt. Auch das Literaturbüro Westniedersachsens hat im Ledenhof seinen Sitz. Seit 2002 ist das Steinwerk Ledenhof in der Friedensstadt Osnabrück Sitz der Deutschen Stiftung Friedensforschung. Dann gingen wir durch die Stadtmitte zum Heger Tor. Es erinnert an die Wehranlage, so war es doch niemals ein Teil einer solchen. Die Wehranlage, bestehend aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt, wurde nämlich 1815 weitgehend abgerissen. 1817  zwei Jahre nach der Schlacht bei Waterloo  stiftete Gerhard Friedrich von Gülich 1000 Taler für den Bau des Tores, um die Osnabrücker Kämpfer bei Waterloo zu ehren: "Den Osnabrückischen Kriegern, die bei Waterloo den 18. Juni 1815 deutschen Mut bewiesen, widmet dieses Denkmal G.F.v. Gülich D.R.D.R." Der Doktor der Rechte - dafür stehen die Großbuchstaben am Ende der Inschrift - beauftragte den Wegeinspekteur Johann Christian Sieckmann mit dem Entwurf des Tores, das einem Triumphbogen ähnlich ist. Auf die eigentliche Funktion der Anlage weisen die seitlichen Wallrampen hin. Über sie und einen Treppenaufgang erreicht man die Plattform des Tores. Von ihr hat man eine sehenswerte Aussicht auf die mittelalterlich geprägte Osnabrücker Altstadt. Zuletzt waren wir am Rathaus des Westfälischen Friedens und konnten ein Modell der Osnabrücker Altstadt für Blinde und Sehbehinderte anfassen. Über 25 Jahre dauerte der Bau des historischen Rathauses, das 1512 im spätgotischen Stil fertig gestellt wurde. In den Rathäusern von Osnabrück und Münster wurde der Dreißigjährige Krieg, der von 1618 bis 1648 stattfand, mit dem Westfälischen Frieden beendet. Im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses sind 42 Portraitgemälde von europäischen Gesandten des Friedenskongresses und den Herrschern jener Zeit, zum Beispiel der französische "Sonnenkönig" Ludwig XIV., der deutsche Kaiser Ferdinand III. und Königin Christine von Schweden, zu sehen. In der kleinen Ratskammer hängen Bilder der Fürstbischöfe, die in den vergangenen Jahrhunderten die Geschicke der Stadt lenkten. Die kostbarsten Stücke der Schatzkammer sind der Kaiserpokal und die älteste Schützenkette, beide aus dem 13. Jahrhundert. Hier wird auch eine Nachbildung des Westfälischen Friedensvertrages aufbewahrt, der als "Osnabrücker Friedensinstrument" bezeichnet wird. Dann gingen wir zum Osnabrücker Pizzahaus, wo wir zu Mittag aßen. Danach um 16.00 Uhr stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Eine Gruppe von uns wollte den Dom besichtigen. Der Dom Sankt Peter, die Kathedralkirche des Bistums Osnabrück, zählt zu den Meisterwerken spätromanischer Baukunst. Der erste Dom wurde 785 von Bischof Agilfred aus Lüttich geweiht. Diese erste Bischofskirche hatte allerdings keinen Bestand und wurde durch einen zweiten Bau ersetzt. Nach einem verheerenden Brand um 1100 wurde auf den Resten der Mauern des zweiten Doms das dritte Gotteshaus mit dem mächtigen achteckigen Vierungsturm errichtet. In der Zeit von 1218 bis 1277 erhielt der Dom seine heutige Form. Der schlanke Nordwestturm mit den rundbogigen Fensterbändern zählt zu Deutschlands schönsten Türmen aus romanischer Zeit. Der Zwillingsturm im Nordwesten wurde im 15. Jahrhundert durch den dicken, spätgotischen Turm ersetzt. Von der reichen Innenausstattung des Doms ist im Laufe seiner wechselvollen Geschichte nur wenig erhalten geblieben. Die Güldentafel, der Hochaltar aus kostbaren Osnabrücker Goldschmiedearbeiten,

wurde im Dreißigjährigen Krieg eingeschmolzen. Aus dem Edelmetall wurden Münzen auf den Tod des schwedischen Königs Gustav Adolf geprägt. Das mächtige Triumphkreuz wurde 1230 geschnitzt. Acht übergroße Apostel aus dem 16. Jahrhundert schmücken die Pfeiler. Das bronzene Taufbecken aus dem Jahre 1225 gehört zu den größten Kostbarkeiten.

Und wir machten danach eine Heimfahrt. Es war ein erlebnisreicher Tag für die SHG. Wir bedankten uns bei Clemens für seine gute Führung.

 

Ursula Möckel

 

 

 Zurück Homepage Taubblind